Bundesparteitag der FDP in Stuttgart

Mittendrin oder nur dabei?

Tja, ich durfte als Ersatzdelegierter hinfahren und unseren Bundesvorstand wiederwählen. Habe natürlich auch meine Kreuzchen an den richtigen Stellen gemacht.

Besonders froh und stolz kann unser Niedersächsischer Landesverband wohl sein, dass es uns gelungen ist “unseren” Philipp Rösler mit einem traumhaften Ergebnis wieder ins Präsidium zu bekommen. Er musste sich Vorstellen, was bei einigen schon wieder fast wie ein faux pas ankam.. Natürlich kennt jeder Philipp! Aber seine Rede war so überzeugend, dass er wahrscheinlich gerade duch die Vorstellung noch mehr an Boden gut machen konnte. Na ich bin jedenfalls ein Fan!

Schön auch, dass wir Gesine Meisner, die Vorsitzende des Sozialausschusses im Nds. Landtag in den Bundesvorstand bekommen haben. Sie hat vor ihrer Wahl neben mir gesessen und wir hatten Spaß! Ich mag sie einfach. Sie ist in Hannover schon so etwas wie das soziale Gewissen der Regierungsfraktionen und ich musste über ihre Anekdoten von Frau von der Leyen schon gut grinsen.

Das bringt mich allerdings auch zum Hauptkritikpunkt an unserem Bundesparteitag. Ich fand die Planung und Darstellung unserer Sozialprogrammatik leider etwas daneben. Dirk Niebel hat den wirklich durchdachten und sinnvollen Antrag zur Sozialpolitik http://58.parteitag.fdp.de/files/162/L-1.pdf leider auf eine Art und Weise eingebracht, die mir Kalt wie eine Hundeschnauze vokam.

Nebenbei hatte ja in Berlin die Linke Ihren Vereinigungsparteitag – den die nach uns auf das Wochenende gelegt hatten, was schon etwas frech war. Aber den alten FJ-Strauß-Slogan “Freiheit statt Sozialismus” wieder aufzuwärmen fand ich persönlich… nun ja… war ein Griff ins Klo. “Mehr Herzlichkeit wagen” hätte es nach meiner Meinung heißen müssen.

Ich hätte mir gewünscht, dass mal einer ganz klar macht, dass wir immer jeden einzelnen im Auge haben, wenn wir uns sozialpolitische Gedanken machen. Ich hatte kurzfristig darüber nachgedacht ob ich mich in der Generaldebatte zu Wort melde, aber da lagen dem Präsidium schon 17 Wortmeldungen vor.. und wenn ein Parteitag einem eines nicht verzeiht, dann ist das nerven – was den ein oder anderen Laberkopp aber leider nicht stört.

Kurzum: Ich wünsche mir, dass wir als FDP einen Arm ausstrecken zu den Arbeitslosen und den Arbeitenden und klar machen, dass es uns um eine faire Abwägung ihrer Interessen geht. Aber auch, dass wir niemanden hängen lassen! Das kam mir zu wenig rüber! Das Bürgergeld ist da die Idee! Ein wesentlicher Punkt warum ich mich überhaupt in der FDP engagiere.

Wir schaffen gerade den Sprung von einer Klientelpartei zu einer Partei die wirklich das Gesamtwohl im Auge hat. Das Unterscheidet uns gerade von der Linken. Viel gefährlicher als der viel gescholtene Schäuble Trojaner von Rechts sind doch die Trojanischen Pferde, die als “Geschenke” von Links in die Köpfe der Menschen eindringen und dort jede Eigeninitiative verhindern. Als FDP wollen wir den Menschen “nicht Fische sondern Angeln geben” – um es in Wolfgang Knobels Worten auszudrücken. Hilfe zur Selbsthilfe und zum eigenverantwortlichen Leben muss die Devise lauten.

Ich habe versucht jetzt im Sozial und Jugendausschuss der Stadt genau das zu tun. Zu vermitteln, dass es mir um die Menschen geht. Auch als ich im Planungsausschuss saß vertretungsweise “mehr Herzlichkeit zu wagen”, als es um eine mögliche Umgestaltung des Albert-Schweizer Viertels ging. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass in unserer reichen Stadt, jeder Euro der investiert wird, um die Lebensqualität für die Menschen dort zu verbessern ein richtig investierter Euro ist und lasse mir das auch nicht kaputt reden. Was interessieren uns denn ggf. Aufkommende Mitnahmeeffekte eines Eigentümerfonds, wenn wir den Menschen (den Mietern in diesem furchtbaren Ghetto) dort das Gefühl vermitteln können, dass wir sie nicht vergessen?

Tja.. Ein paar Anekdoten zum BPT am Rande: 1. Sorry, dass ich am ersten Tag so lange weg war.. Wollte eigentlich nur im Hotel das 5 km weg lag einchecken.. Ich hab noch nie so ein Verkehrschaos erlebt wie an diesem Freitagnachmittag in Stuttgart. 45 Min. für 5 km! Und dann geht noch nicht mal die Handbremse meines Corsas (TÜV lies weg – ich kümmer mich drum). 5 Grad Steigung bei Stop and go waren die HÖLLE!

2. Super Griff ins Klo meinerseits – ich wollte möglichst viele Leute mit ner netten Postkarte grüßen (besonders meine lieben Unterstützer) und irgendwer hatte gesagt, wenn ich die am Werbestand der Post einwerfe, brauch ich sie nicht zu frankieren.. Naja.. alle mussten 96c Nachporto bezahlen.. Mann ist mir das MEGA PEINLICH. Entschuldigung Euch allen!!!!

Kreisparteitag und Wahl der Landtagskandidaten

Nun ist es so weit.. Ich bin bei einer Stimmenthaltung einstimmig zum FDP Landtagskandidaten für die Elbmarsch, Hanstedt, Salzhausen, Stelle und Winsen gewählt worden.

Ähnlich gute Ergebnisse konnten Horst Dieter Heitmann und Nicole Bracht Bendt für Ihre Wahlkreise erzielen. Wenn in der Pressemitteilung des Kreisverbandes von liberalen Kandidaten mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung die Rede war, dann stimmt das!

Ich hoffe und glaube wir haben da schon ein echtes “Dreamteam” zusammengestellt…

Horst Dieter als Gastronom vertritt Schwerpunktmäßig den Mittelstand. Dass seine Ansichten manchmal ziemlich extrem wirken, muss ihn für viele Wähler sehr interessant machen, andere wird er bestimmt abschrecken. Er ist ein Mensch der polarisieren kann und ich bin sicher, dass ist gut für uns. Ich bewundere auch immer Menschen, die es im Leben zu was gebracht haben und mit seinem Betrieb steht er offensichtlich wirklich mit beiden Beinen fest im Leben. Von seiner Erfahrung im Geschäftsleben kann die Politik sicher profitieren.

Nicole ist ein völlig anderer Typus. Sie ist so die typische engagierte Hausfrau und Mutter die dauernd an allen Fronten kämpft. Was sie so alles an Ehrenämtern ausfüllen mag, geht sicher auf keine Kuhhaut. Dabei ist sie ein Freigeist wie er im Buche steht, was sie alleine schon dokumentiert hat, indem sie zwar immer wieder auf der FDP Liste für die Kommunalwahl kandidiert und als Ratsfrau in Buchholz der FDP Fraktion angehört hat, sich aber immer wieder strikt geweigert der Partei beizutreten, bis es letztes Jahr endlich so weit war.

Naja und dann bin da noch ich.. der Ideologe, der weniger aus dem Bauch heraus handelt als die anderen beiden, und der immer wieder versucht praktische liberale Politik aus den abstrakten liberalen Grundsätzen zu entwickeln.. Die anderen sind mehr Typen die Probleme direkt angehen, während ich wohl mehr Taktiker und Stratege bin. Selbsteinschätzungen sind allerdings immer schwierig…

Darum möchte ich lieber noch etwas auf den Ablauf zu sprechen kommen.

Erst hatte ich das Gefühl ich wäre total overdressed – so mit Krawatte und Sakko. Ich glaube der einzige Andere mit Schlips war unser Vizelandrat Manfred Karthoff.

Ich wurde für den Wahlkreis vorgeschlagen von Hasso Ernst Neven aus Egestorf, der mich als “den Mann mit Zukunft” vorstellte – und damit ehrlichgesagt etwas verlegen machte. Dann durfte mich als erstes vorstellen und wurde gleich angehalten mich wegen des schönen Wetters kurz zu fassen. Also weg vom Schema und einfach mal so erzählt, was ich so mache und gemacht habe. Im Prinzip grob das, was der geneigte Leser auch dieser Seite entnehmen kann.

Tja – es kam wie es kommen musste: Nach meiner Vorstellung und der Wahl fing Hans Henning von Dreden schon so langsam an sich über meinen Schlips lustig zu machen… zu Recht;-) Naja… ich dachte halt die machen noch ein Foto. Irgendwann hab ich mich dann überzeugen lassen und das Ding abgemacht. Prompt wurden wir vor die Tür gebeten und ich kann nicht ohne Stolz verkünden, dass ich den Schlips vor Publikum sogar in der richtigen Länge wieder hinbekommen habe. Auch über kleine Erfolge kann man sich freuen! ;-)

Meinen Parteifreunden bin ich für die große Unterstützung sehr dankbar!

Also: Auf in einen erfolgreichen Wahlkampf!